08.11.2013, 00:26
Guten Abend!
Also zu aller erst muss ich Dir einmal sagen, dass Du hier einen Vergleich ziehst, an dem Du Gefahr läufst, Dir die Finger zu verbrennen. Denn: Wenn Du sagst, dass jemand in der Zeit, in der sie/er eine VO besucht, kein Geld verdienen kann, dann impliziert das für mich, dass diese/r jemand, es sich aussuchen kann, ob sie/er Geld verdienen geht, oder nicht. Es gibt aber - und hier spreche ich aus Erfahrung - auch Studierende, die für ihre Miete und die Energiekosten, ihr Essen etc., also für die nach Maslow niedrigsten Bedürfnisse, arbeiten gehen müssen und somit also keine Wahl haben. Diese Leute sind oft in wenig flexiblen Dienstverhältnissen, wo fix eingeteilte, ganze Tage gearbeitet werden müssen.
Bitte keine Apfel-Birne-Vergleiche, schon gar nicht vor dem Hintergrund, dass hier über nichts geringeres, als über moralisches Handeln debattiert wird.
Du willst mir doch nicht ernsthaft in einer Diskussion über etwas derart Fundamentales, wie Moral, weiß machen, dass die Idee aus Skripten, die man letztlich vordergründig für seinen eigenen Lernerfolg erstellt hat, Kapital zu schlagen, nur einen Hauch Altruismus enthält? Wo ist der soziale Gedanke in der berechnenden Handlung, etwas nur dann weiterzugeben, wenn eine monetäre Gegenleistung erfolgt? Das ist eine klare Umverteilung von unten nach oben, weil jene, welche nicht UNBEDINGT arbeiten müssen (wenn diese, wie sie es sagen es sich eben aussuchen können), Profit aus jenen schlagen, die keine Wahl haben, weil sie nur dann überhaupt studieren können, wenn sie eben zu gewissen fixen Zeiten arbeiten. Das ist - nicht böse gemeint - ein verklärter Blick aufs Thema.
Du hast recht, es steht jedem frei, mit seinen Skripten zu verfahren, wie sie/er möchte. Aber zu behaupten, eine Würdigung des Zugänglichmachens einer Mitschrift würde lediglich dann stattfinden, wenn jemand diese über eine finanzielle Gegenleistung ausdrückt, zeigt lediglich, inwieweit kapitalistische Logiken unser soziales Zusammenleben bereits unterwandert haben und, das ist traurig. Dort wo der Neid und der Argwohn den Platz der Solidarität einnehmen, könnten düstere Zeiten anbrechen.
Also zu aller erst muss ich Dir einmal sagen, dass Du hier einen Vergleich ziehst, an dem Du Gefahr läufst, Dir die Finger zu verbrennen. Denn: Wenn Du sagst, dass jemand in der Zeit, in der sie/er eine VO besucht, kein Geld verdienen kann, dann impliziert das für mich, dass diese/r jemand, es sich aussuchen kann, ob sie/er Geld verdienen geht, oder nicht. Es gibt aber - und hier spreche ich aus Erfahrung - auch Studierende, die für ihre Miete und die Energiekosten, ihr Essen etc., also für die nach Maslow niedrigsten Bedürfnisse, arbeiten gehen müssen und somit also keine Wahl haben. Diese Leute sind oft in wenig flexiblen Dienstverhältnissen, wo fix eingeteilte, ganze Tage gearbeitet werden müssen.
Bitte keine Apfel-Birne-Vergleiche, schon gar nicht vor dem Hintergrund, dass hier über nichts geringeres, als über moralisches Handeln debattiert wird.
Du willst mir doch nicht ernsthaft in einer Diskussion über etwas derart Fundamentales, wie Moral, weiß machen, dass die Idee aus Skripten, die man letztlich vordergründig für seinen eigenen Lernerfolg erstellt hat, Kapital zu schlagen, nur einen Hauch Altruismus enthält? Wo ist der soziale Gedanke in der berechnenden Handlung, etwas nur dann weiterzugeben, wenn eine monetäre Gegenleistung erfolgt? Das ist eine klare Umverteilung von unten nach oben, weil jene, welche nicht UNBEDINGT arbeiten müssen (wenn diese, wie sie es sagen es sich eben aussuchen können), Profit aus jenen schlagen, die keine Wahl haben, weil sie nur dann überhaupt studieren können, wenn sie eben zu gewissen fixen Zeiten arbeiten. Das ist - nicht böse gemeint - ein verklärter Blick aufs Thema.
Du hast recht, es steht jedem frei, mit seinen Skripten zu verfahren, wie sie/er möchte. Aber zu behaupten, eine Würdigung des Zugänglichmachens einer Mitschrift würde lediglich dann stattfinden, wenn jemand diese über eine finanzielle Gegenleistung ausdrückt, zeigt lediglich, inwieweit kapitalistische Logiken unser soziales Zusammenleben bereits unterwandert haben und, das ist traurig. Dort wo der Neid und der Argwohn den Platz der Solidarität einnehmen, könnten düstere Zeiten anbrechen.

