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Irgendein ein Bachelor, irgendein Master?
#8
drea schrieb:@matthias: ich verstehe nicht ganz, warum es deiner meinung nach sinnlos ist, dass ehemalige "diplomierte" aus den akademien jetzt mit bachelor abschließen. sind sie es deiner meinung nach nicht würdig? ich studiere physiotherapie im letzten jahr akademie-betrieb und zu deiner info:

bei der umstellung auf FH hat sich SEHR SEHR VIEL getan (viel weniger contact hours, weniger praktikumsstunden, aufbau mehr ins wissenschaftliche,... usw.)
ich bin genauso STUDIERENDE wie FHler und wie ich es hier auf der uni wien auch bin.
nach einem jahr physio-studium hatte ich (das gilt jetzt nur für mich persönlich, bitte nicht falsch verstehen) weit mehr drauf als nach 3 jahren EW

und ja, ich finde es eine frechheit, dass sie das system zwar vereinheitlichen, aber im grunde trotzdem wieder diese trennung uni - FH aufrechterhalten. wozu dann das ganze?
Was bringt's? Geht's dir da vermutlich um den Titel per se um sonst nichts. Denn, inhaltlich hat sich an den Ausbildungen seit der Umstellung Akademie zur FH kaum was getan (zumindest an den Akademien in Graz), wie ich von einigen Leuten, die z.T. auch Lehrbeauftragte sind, erfahren konnte. Und sonst würdest auch nicht so erbost reagieren, denn spiegelt ein Bakk./Master/PhD wirklich die Qualität der Ausbildung wider? Oder das Know how, grade in so praktisch orientierten Studiengängen? Da drängt sich gewissenmaßen gleich die Frage auf, ob denn die Ausbildung bisher so schlecht war, dass ich sie - die Qualtät - nur durch einen international anerkannten Titel (Bakk.) verbessere?
Nun, an der Uni wird in der Regel die Materie wissenschaftlicher gebracht, als an einer FH. Diese Vorbildung fehlt den FH-Studenten z.T. (je nach Studiengang) und wird aber im Master oder dann PhD umso mehr gebraucht. No na, grad der Dr./PhD ist eine rein wissenschaftliche Fortbildung, die zur selbstständigen wissenschaftlichen Forschung betragen soll.

Ausserdem, wenn ich zu einem Physiotherapeuten gehe und meine Beschwerden gelindert haben will, dann soll dieser natürlich praktisch bestens drauf sein, ob er eine wissenschaftliche Arbeit dabei verfassen kann, ist mir - und wohl der Mehrzahl der Patienten auch - völlig irrelevant. Daher ist eine stark praxisorientierte Ausbildung ja sogar sehr wünschenswert und wenn diese, wie du selbst schreibst, im Moment zu ungunsten der Wissenschaftlichkeit im Rahmen des Bakk. gekürzt wurde, dann sollte man doch ernsthaft hinterfragen wozu? Selbiges bei der Ausbildung zur Hebamme - eine Hebamme, die die Geburtenhilfe praktisch besser kann, als theoretisch, ist wohl jeder Frau lieber, oder etwa nicht?

Unterschwellig habe ich das Gefühl, dass hier das "Regierungsdogma": wir brauchen mehr Akademiker, weil lt. OECD ist AUT im untersten Feld, was die Akademikerquote anbelangt, sich befindet; schlichtweg auf Biegen und Brechen umgelegt wird. Sicherlich beklagen sich gerade in EW viele Studierende, dass das Studium zu theorielastig sei. Der Einwand ist gewiß nicht ganz vom Tisch zu wischen, nur sollte man sich vorher schon im Klaren sein, in welche Richtung man tätig sein möchte, vor allem wen das Studium die unmittelbare Voraussetzung dafür bildet.
FH und Unis stehen ja schon seit längerem im Streit, wer die besseren Absolventen hervorbringen. Rauskommen tut ein Zick-Zack-Kurs beider Institutionen. Die FH packt mehr Wissenschaftlichkeit in curriculum, die Uni mehr Praxis in das ihre, weil die Kritik immer kommt, Uni ist zu viel Theorie. Ob das wirklich so gut ist, sei dahingestellt. Mittlerweile wird das zumindest in neueren Master-Curricula bereits wieder etwas zurückgenommen. Vor allem, weil beide Institutionen auch, FH noch mehr als Unis, die seit dem UG 02 wirtschaflich mehr oder minder selbstständig sind, um Studierende werben. Und grad die FHs sind da sehr erfinderisch, was die Benennung von LVs anbelangt. Je angelsächischer, desto besser muß wohl das Motto lauten, wenn ich auf den FH-Studenplan schaue. Und was gut klingt, muß auch gut sein. Nur wird bekanntlich nie so heiß gegessen, wie gekocht und ich habe schon mehrmals erfahren dürfen, was dahinter steckt (Inhalt, Lernaufwand bzw. Anforderungen) - und das ist bei weitem nicht so berauschend, wie es der LV-Titel verheißt.
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RE: Irgendein ein Bachelor, irgendein Master? - von Matthias - 06.01.2009, 10:09

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