21.07.2009, 10:06
HappyTurtle schrieb:Meine größte Sorge ist halt, dass ich später vielleicht doch nicht mehr Zeit für einen Hund aufbringen kann. Wenn ich mir ein Tier nehme, möcht ich auch für den Rest seines Lebens die Verantwortung tragen können...
Ich werd mir das noch ganz genau durch den Kopf gehen lassen - eventuell bei morgentlichen Probespaziergängen...
Ich bin auch mit Hunden aufgewachsen und hätte liebend gern einen. Jedoch gibt es ein paar Punkte, warum ich mich doch dagegen entschieden habe:
1. er braucht sehr viel Zeit, vor allem um unterrichtet zu werden. Für mich ist eine Hundeschule ab spätestens 6 Monaten, wenn nicht sogar schon die Welpenschule Pflicht. Mein Hund muss von Anfang an die Befehle erlernen, sodass ich ausreichend Vertrauen in ihn hineinsetzen kann, dass er nicht bei der nächsten Gelegenheit abhaut.
Außerdem kotzt es mich selbst an, wenn so kleine Kläffer (nichts gegen Terrier & Co) mir beim Radfahren ins Wadl beißen wollen, nur weil sie sich bewegen. Oder die lieben Besitzer können ihre Hunde nicht von der Leine lassen und damit sie ein bisschen "Auslauf" bekommen werden sie an der langen Leine geführt, die als Radfahrer kaum zu sehen ist, vor allem in der Dämmerungszeit. Ich hatte schon mal beinahe einen Unfall (sah die Leine ca. 2 m vor mir).
2. Ich wohne in Wien und Hunde brauchen extrem viel Auslauf. Da ich wenn schon einen richtigen Hund (ab 40 cm Schulterhöhe, alles andere ist ja Katzengröße oder gar Meerschweinchen *g*) tun sie mir in einer Wohnung leid. Er könnte bei mir gar nicht raus, da ich im 3. Stock wohne. Und meine Schäfer (ruhen sie in Frieden) haben es genossen, den ganzen Tag im Garten zu liegen. Nein, das kann und will ich ihnen nicht antun.
3. Bin ich wirklich bereit bei jedem Wetter und bei so großen Hunden mind. 2, wenn nicht sogar 3 Stunden pro Tag mit ihnen raus zu gehen? Habe ich die Zeit dafür? Im Winter, wenn es schneit, bei Minusgraden, ich verschnupft oder lieg mit Fieber, muss der Hund dennoch Gassi geführt werden. Oder die typischen grauslichen Novembertage mit Nebel und Regen?
4. Habe ich genug Geld für Futter, ev. größere Tierarztkosten (OP, Krankheiten etc.)? Bin ich bereit für den Hund auch zu sorgen, wenn er krank ist? Will ich mir "Pflegeurlaub" nehmen? Bin ich bereit, mich mit der Ernährung der Tiere auseinanderzusetzen (das Futter im Supermarkt ist so ungefähr wie für uns ein Hamburger vom McDonalds - ebenso für Katzen). Es gibt gutes Futter, aber nicht so zu kaufen, sondern im Internet zu bestellen. Oder lese ich mich in BARF ein und schau, dass der Hund so artgerecht wie möglich gefüttert wird?
5. Will ich denn den Hund möglicherweise 8 Stunden am Tag allein lassen? Will ich das verantworten können? Kann ich einen Job bekommen, wo Hunde zugelassen sind?
6. Reise ich gerne? Kann ich den Hund in den Urlaub mitnehmen? Wird mein Job einmal so aussehen, dass ich die Hälfte der Woche vielleicht gar nicht in meiner Wohnung bin, sondern auf Auslandsreise? Wie ist es mit Tierpensionen - will ich das meinem Hund antun? Gibt es genug Verwandte und Freunde, die aushelfen können?
7. Bin ich bereit für etwas mehr Schmutz in der Wohnung zu akzeptieren - Haare, mehrwöchentliches Bürsten, schlammige (eingetrocknete) Pfotenabdrücke auf dem Fußboden etc.
8. Wieviel Zeit kann ich dafür aufwenden, um den Hund stubenrein zu bekommen. Bei meinen hat das etliche Monate gedauert.
So mal die gröbsten Überlegungen, die ich selbst angestellt habe. Aus diesen Gründen habe ich mich für ein "Nein" entschieden. Es sind noch zu viele Unsicherheitsfaktoren vorhanden, als dass ich einen Hund nehmen kann.
lg

