23.08.2008, 14:24
Eingeschränkte Sichtweise? Dem muss ich widersprechen. 1. habe ich Bolts persönliche Leistung ausdrücklich anerkannt und 2. habe ich die Methoden der Dopingjäger nicht gutgeheißen (tatsächlich sind oft sehr fragwürdig). Ich kritisiere vielmehr die grundsätzliche Entwicklung des Sports in den letzten Jahren, in denen die Hemmschwelle für (legale) leistungsfördernde Mittel immer mehr gesunken ist bzw. Level zum Standard geworden sind, die früher noch undenkbar waren. Ich habe als aktiver Sportler Respekt vor jedem Olympiateilnehmer und deren mentaler und körperlicher Belastung. Die Meinung, dass auch bei Einsatz von Doping immer noch der Mensch selbst die ganze Arbeit leistet, kann ich aber nicht teilen. Dadurch kommen schließlich erst Leistungen zustande, die oft (nicht immer!) vom Körper des Athleten aus gar nicht möglich wären. Es kommt schließlich nicht selten vor, dass Athleten gesundheitliche Schäden davontragen, weil sie über ihre Grenze (induziert durch diverse Mittel) hinausschießen. Das ist dann mitunter auch das, was du als i - Tüpfelchen klassifizierst, also beileibe keine Kleinigkeit sondern ernst zu nehmen. Mein Beitrag war nicht als konkrete Unterstellung zu verstehen (diese sollte man, wie in strafrechtlichen Fällen, immer bleiben lassen), sondern eher als fundamentale Kritik am Profisport und auch an seinen Zusehern. Die fragwürdige Maxime "immer höher, weiter, schneller, besser..." gehen zu oft zu Lasten der Athleten und eröffnen Menschen, denen es nicht oder kaum auf den sportlichen Gedanken ankommt, ihre Betätigungsfelder (Dopingforschung, Vertuschung etc.). Sportlicher Wettkampf: ja bitte - aber es müssen nicht ständig neue Schallmauern durchbrochen werden damit das exzessive Verlangen der Zuseher nach neuen Extremen befriedigt wird.
Don't panic!

