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"Unmensch" Bolt
#7
Ponder_Stibbons schrieb:Ich kritisiere vielmehr die grundsätzliche Entwicklung des Sports in den letzten Jahren, in denen die Hemmschwelle für (legale) leistungsfördernde Mittel immer mehr gesunken ist bzw. Level zum Standard geworden sind, die früher noch undenkbar waren. Ich habe als aktiver Sportler Respekt vor jedem Olympiateilnehmer und deren mentaler und körperlicher Belastung. Die Meinung, dass auch bei Einsatz von Doping immer noch der Mensch selbst die ganze Arbeit leistet, kann ich aber nicht teilen. Dadurch kommen schließlich erst Leistungen zustande, die oft (nicht immer!) vom Körper des Athleten aus gar nicht möglich wären. Es kommt schließlich nicht selten vor, dass Athleten gesundheitliche Schäden davontragen, weil sie über ihre Grenze (induziert durch diverse Mittel) hinausschießen. Das ist dann mitunter auch das, was du als i - Tüpfelchen klassifizierst, also beileibe keine Kleinigkeit sondern ernst zu nehmen. Mein Beitrag war nicht als konkrete Unterstellung zu verstehen (diese sollte man, wie in strafrechtlichen Fällen, immer bleiben lassen), sondern eher als fundamentale Kritik am Profisport und auch an seinen Zusehern. Die fragwürdige Maxime "immer höher, weiter, schneller, besser..." gehen zu oft zu Lasten der Athleten und eröffnen Menschen, denen es nicht oder kaum auf den sportlichen Gedanken ankommt, ihre Betätigungsfelder (Dopingforschung, Vertuschung etc.). Sportlicher Wettkampf: ja bitte - aber es müssen nicht ständig neue Schallmauern durchbrochen werden damit das exzessive Verlangen der Zuseher nach neuen Extremen befriedigt wird.
Ich weiß nicht, wie nahe du einem Leistungssport stehst, in dem es Sinn macht, Dopingmittel zu nehmen. Aber, von in den letzten Jahren kann keine Rede sein. Was sich lediglich in den letzten Jahren massivst verbessert hat, ist die Analytik bzw. die Anzahl der Dopingproben wurden drastisch erhöht. Das Kontrollnetzwerk ist enger geworden, mehr nicht.
Leistungssport hat mit Gesundheit ebenso wenig zu tun, wie Rauchen mit selbiger. Auch ohne Dopingmittel in jeder Hinsicht. Gesundheitliche (Dauer-)Schäden tragen sehr oft Breitensportler ohne jegliche Dopingambitionen davon - weiß ich aus zahlreicher Erfahrung in meinem Umfeld.
Dennoch, ich vertrete die Sichtweise, dass die Leistung des Athleten nach wie vor von diesem selbst erbracht wird, auch wenn er bis zur Unterlippe voll von den Mitteln ist. Das Doping ermöglicht ihm allerhöchstens härter zu trainieren und näher an die Leistungsgrenze heranzugehen, die Leistung muß der Sportler trotzdem selbst erbringen. Dass diese Angesichts der ganzen Problematik in einem anderen Licht erscheinen, ist durchaus klar und verständlich.
Der Mensch tendiert in vielerlei Hinsicht in Extreme, insbesonders natürlich beim Sport. Schlußendlich sind Schlagwörter wie höher, weiter, schneller unabdingbare Motivationsfaktoren beim Training und Wettkampf. Der Sport lebt davon und den Leistungssport würden sich mMn weniger Leute antun, weil durch einen Rekord bleibt ein Sportler viel länger in Erinnerung, als durch sonst was anderes.
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Nachrichten in diesem Thema
"Unmensch" Bolt - von nickerl - 21.08.2008, 15:01
RE: "Unmensch" Bolt - von Ponder_Stibbons - 21.08.2008, 18:05
RE: "Unmensch" Bolt - von Matthias - 22.08.2008, 07:00
RE: "Unmensch" Bolt - von Cupito - 22.08.2008, 09:38
RE: "Unmensch" Bolt - von Sunshine - 23.08.2008, 09:00
RE: "Unmensch" Bolt - von Ponder_Stibbons - 23.08.2008, 14:24
RE: "Unmensch" Bolt - von Matthias - 23.08.2008, 16:10

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