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Protokollheftführung für 4. Abschnitt
#1
26Exclamation 
Hat der Prof. Franek ja ins Internet gestellt - ist halt für Biologen:

"Erlauben Sie mir, an dieser Stelle Tipps zur Gestaltung der Protokolle zu geben?

Bei den Beispielen Gaschromatografie und Cyclohexen sind die entsprechenden Teile des Ergebnisblattes (Ausbeuterechnung z.B.) auszufüllen und einzukleben.
Gaschromatografie: es ist nicht erforderlich, Theorie und Praxis zu beschreiben.
Im Protokollheft sollten zwei Punkte abgehandelt werden:
1. Angaben zur GC-Vorführung (Daten hat ein Tutor mitgeteilt).
2. Auswertung des Gaschromatogramms, das sie erhalten haben (inkl. Datenblatt zu den möglichen Probekomponenten).
Die Bedingungen des Experiments der aktuellen GC-Vorführung (mit Temperaturprogramm) haben nichts mit den Bedingungen zu tun, unter denen vor Jahren die Messungen der Gaschromatogramme vorgenommen worden waren (bei konstanter Temperatur). Da gibt es immer wieder Missverständnisse.
Sollten Angaben zu Punkt 1 verloren gegangen sein: ein Datenblatt wird ab dem 23. Mai im Saal 2 ausgehängt (Art des Detektors, des Trägergases, des Temperaturprogramms...).
Weitere Probleme:
Bei der Auswertung des Gaschromatogramms und dem Ausfüllen des Ergebnisblattes (sofern es vorhanden gewesen ist) sind (von manchen irrtümlich) die Retentionszeiten der Vergleichsverbindungen eingetragen worden, statt jener, die sich aus der Messung der Abstände zwischen y-Achse und Peakspitze ergeben (nach Division durch 10); der Buchstabe "l" am Ergebnisblatt bezieht sich auf diese Abstände. Kleine Peaks, die am Gaschromatogramm durchgestrichen worden waren (mit einem x), es handelte sich um Verunreinigungen, waren nicht zu berücksichtigen. Bei der quantitativen Analyse sollten die Prozentergebnisse sinnvoll gerundet werden. Es kann nicht schaden, die Halbwertsbreiten (zusätzlich zur Messung mit der Lupe) optisch zu schätzen (zur Vermeidung von "Hoppalas").
Protokoll zur Synthese von Cyclohexen:
Protokolle sollten so verfasst werden, dass es möglich ist, den Versuch erfolgreich nachzuarbeiten (in ein paar Jahren zum Beispiel - ohne Hilfe des Skriptums).
Der Text eines Protokolls entspricht nicht dem Text einer Arbeitsvorschrift (im Skriptum zu finden).
Hinzu kommt, dass es immer wieder Abweichungen gibt (im Vergleich zum Skriptum).
Um auszudrücken, dass es sich um einen individuellen Versuch handelt (und nicht um eine allgemeine Arbeitsvorschrift), um individuelle Beobachtungen, auch um Hinweise auf Probleme, die sich ergeben haben, werden Versuchsprotokolle am besten in einer Vergangenheitszeitform formuliert (und ohne die Wörtchen "ich" oder "wir").
Trivialitäten gehören nicht in ein Versuchsprotokoll (zum Beispiel: die richtige Art der Montage einer Muffe).
Alles, was nicht selbstverständlich ist, und für die richtige Wiederholung des Versuches wissenswert ist, auch für das Verständnis eines Fehlschlags, gehört in das Versuchsprotokoll.
Z.B.: die 85 %ige wässrige Phosphorsäure ist nicht eingewogen worden, sondern zupipettiert; dazu musste das Volumen berechnet werden (Dichte = 1,71 g/mL).
Phosphorsäure ist nicht dasselbe wie 85 %ige wässrige Phosphorsäure.
Eine Skizze der Apparatur erleichtert die Übersicht (und spart Text).
Nicht trivial ist zum Beispiel die Art und Weise, wie getrocknet worden ist (Pulverisierung des Calciumchlorids, geschätzte Menge).
Stichwortartige Angaben - im Sinne von "Highlights" - erlauben keine Versuchswiederholung.
Da es auch darum geht zu trainieren, sich bei einem naturwissenschaftlichen Protokoll einigermaßen gewählt (und fachsprachlich richtig) auszudrücken, ist es besser, ganze Sätze zu verwenden (und auf eine bestimmte Art von Telegrammstil zu verzichten).
Die Hinweise, die im Skriptum stehen (zur Abfassung des Protokolls), sind sorgfältig zu lesen und zu beachten.

Es ist günstig, das Protokollheft vor Ablauf einer Woche abzuholen (oder abholen zu lassen). Am Praktikumstag ist kaum Zeit dazu da, größere Korrekturen zu machen und zu beurteilen (da müssen wir uns auf die Versuche konzentrieren).

BACKGROUND: da die Protokollhefte der Abschnitte 2 und 3 (MI, DO, FR) jeweils von zwei Personen kontrolliert werden, ist es notwendig Verzögerungen zu vermeiden. Auf Grund der beschränkten Zeit, die in den vierstündigen Übungen zur Verfügung steht, ist es nicht einfach im Praktikumsbetrieb zu kommunizieren, worauf bei der Abfassung der Protokolle zu achten ist. Die praktischen Versuche sind im allgemeinen gut gelungen; bei den ersten zehn Protokollen, die ich am Mittwoch gesehen habe, sind aber leider diesmal weit mehr als die Hälfte zu beanstanden gewesen (und zwar nicht auf Grund von Stilfragen). Üblich sind zehn bis zwanzig Prozent
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