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Ernärhung -> Interview auf derStandard.at
#1
http://derstandard.at/1297819892758/Inte...-Rede-sein

Was meint ihr dazu?
MMn. verzapft der reinen Schwachsinn um sein Buch zu vermarkten.. Würd aber ganz gern mit euch darüber diskutieren, immerhin "schimpft" sich dieser Hr. Knop Ernährungswissenschaftler
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#2
Ich finde man muss ihm schon in einigen Punkten recht geben.

Den Königsweg zum Idealgewicht konnte noch keiner beschreiben. Jede Studie zu der Thematik ist eben, wie er sagt, eine Beobachtung und kein Faktum. Klar, man kann Tendenzen beschreiben wie z.B.
"Wer 1 Monat nur Schokolade isst (isolakalorisch) wird zwar nicht zunehmen aber die Körperzusammensetzung wird sich verändern (negativ) und Mikronährstoffmangel wird auftreten."
Das ist aber etwas, was jeder allein durch Hausverstand selber kombinieren könnte, dazu braucht man keinen Dr. Titel. So isst außerdem keiner der die Wahl hat.

Ich denke, dass all die 10000 Medienberichte (oft oberflächlich und nicht fundiert!) die Menschen nur verwirrt und verunsichert. Ein Mensch der 40h arbeitet kann halt dann nicht die Zeit aufwenden mal so "nebenbei" im Selbststudium das zu erlernen was wir hier studieren. Der verlässt sich dann halt auf Medien, deren Aufgabe es wäre die Wissenschaft unverzerrt und prägnant an die Bevölkerung zu bringen. Da der Bürger in der Regel nicht selber denken will verlässt er sich eben auf den Gesundheitsteil der Kronenzeitung und die Star-Diät aus NEWS.

Er hat recht, dass man auf seinen eigenen Körper hören muss und dann, für sich selbst, entscheidet was einem gut tut und was nicht. Der menschliche Körper ist so komplex, dass man keine Einheitslösung für alle bringen kann.
Wir verlassen uns eben zu sehr auf das war "alle machen". Stichwort: Phänomen herding.

Warum Dicke immer dicker werden? Na weil man durch das Übergewicht allein schon weniger aktiv sein kann, dann durch psychologische Mechanismen evtl. noch mehr isst und eine "is eh scho wuascht" Einstellung bekommt (mal ein paar eigene Beobachtungen aus dem Bekanntenkreis).

Ich möchte noch eine kleine Analogie zum Thema Einheitsbrei und herding bringen:
Wenn ein Ronnie Coleman in seinem Gym nur an Maschinen trainiert und das 2x am Tag 6x die Woche dann bringt ihn das zum Mr. O. Title. Wenn jetzt ein Normalo alles haargenau kopieren würde, vom Trainingsplan, Ernährung und Pharmaka dann würde er niemals genauso aussehen. Warum?
Coleman hat über gute 30 Jahre auf sich selber gehört und für IHN SELBST das beste System herausgearbeitet. Es ist auf seinen Geist, Genetik und Routinen abgestimmt und kein anderer kann das reproduzieren.
Wenn ich mir die gleiche Kleidung wie Brad Pitt oder Johnny Depp anziehe hab ich auch nicht das selbe Charisma (sondern ein viel besseresWink ).

Fazit: Ich verstehe seine Botschaft so, dass er die Leute zum selber nachdenken und beobachten auffordert anstatt einfach einer Botschaft zu folgen. In der Zeit und Gesellschaft in der wir leben sind solche Fähigkeiten allerdings selten und man möchte lieber einer klaren, simplen, aufwandslosen und kurzfristigen Lösung folgen.

Dann ist da noch die Sache mit dem Befolgen von den Dogmen, was oft an der Umsetzung scheitert.
Zitat:All die Trainer, Lehrer, Autoren und Profi-Athleten können Dir aufzeigen, welchen Weg, sie gegangen sind, bzw. welchen Weg sie Dir empfehlen würden. Sie können ihn Dir zeigen, aber gehen musst Du ihn alleine.
aus "Der Wille zur Kraft"
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#3
mir gefällt das interview überhaupt nicht. der herr knop macht sich das doch alles recht einfach und zu ein paar behauptungen, die er in den raum stellt (->leichtes übergewicht verlängert das leben), gibt es genauso zahlreiche studien die das gegenteil belegen (->leichtes untergewicht verlängert das leben)....und sätze wie "Nur im Gespräch mit einer Einzelperson lässt sich ergründen ob eine Einzelperson aus genetischen gründen von natur aus schwerer ist"....ja klar...SEHR wissenschaftlich...

und WAS...man sollte am besten auf sein hungergefühl hören...echt?-na was ganz was neues! als ob das für die meisten menschen SO leicht wäre...die leute soll er mir zeigen, die schon von klein auf nur fertigprodukte bekamen und immer in fast-food restaurants speisten und die dann einfach so aus dem nichts PLÖTZLICH heiße gelüste für zucchini, radieschen etc entwickeln. ich bin sehr wohl der meinung, dass menschen die das schon immer so gewohnt waren, einfach keine lust auf eine vielfalt an lebensmittel haben.

mMm provoziert er hier mit absicht mit seinen aussagen um eben sich und seine sachen zu verkaufen und eindeutig von anderen ernährungsexpertInnen abzuheben.
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#4
Was meint er damit- es gibt kein "gesundes" und "ungesundes" Essen? Will er behaupten, Burger, Pommes, Sahnetorten und Co. wären nicht ungesund? Seiner Aussage nach könnte ich also jeden Tag Fast Food und Süßigkeiten in mich reinstopfen, weil ich der Meinung bin, das tut mir gut?
Und ich denke schon, dass mit einigen Studien bewiesen ist, dass Obst und GEmüse wegen der Vitamine und sek. Pflanzeninhaltsstoffe usw. gesundheitsfördernd sind.

Vielleicht kann man seine Behauptung auf Grundnahrungsmittel anwenden- z.B. verteufeln ja viele Brot und Nudeln wegen der Kohlenhydrate oder Butter wegen des Fetts, aber ich glaube so einige Leute aus seiner Zielgruppe könnten das falsch verstehen.

Ich schließ mich Regenwurm an- wahrscheinlich gezielte Provokation für besseren Verkaufserfolg!
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#5
Torten & Co. sind ja nicht direkt ungesund.
"alle dinge sind gift und nichts ist ohne gift allein die dosis macht dass ein ding kein gift ist" - Paracelsus.

Wie definiert man überhaupt das Wort ungesund? Direkt gesundheitsschädlich? Korrelation mit Übergewicht?
Einen Fisch aus einem Teich in Hiroshima würde ich nicht essen, der ist vielleicht wirklich 'ungesund'. Wenn man eine Torte isst dann ist das ja nicht schädlich. Vielleicht wenn ich 2 am Tag + "normales" Essen esse ist sie direkt ungesund wegen der kcal und Insulinresistenz.

Zu dem Argument mit Studien: Wenn man ein paar Minuten recherchiert findet man für jede Aussage auf der Welt irgendeine Studie die das unterstützt.
Nehme ich die Formulierung "Übergewicht erhöht die Lebenserwartung" und wende sie auf ein indisches Kinderarbeiterdorf an dann stimmt die Aussage sogar (für das Dorf).
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#6
Ich wollte damit eigentlich eh ausdrücken, dass diese Speisen im Übermaß ungesund sind- hab ich vielleicht unverständlich formuliert...
Stimmt schon, die Definition von gesund und ungesund ist schwierig. Vielleicht sollte man nicht die Nahrungsmittel, sondern die Ernährung als "gesund" oder "ungesund" einstufen. Prinzipiell ist es ja auch nicht "gesund" wenn ich mich nur von Äpfeln und Karotten ernähre, auch wenn sie als "gesund" gelten... Ok... jetzt wird es kompliziert Smile
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#7
ja schon. nur der gute herr pickt sich genau jenes raus, was halt am provokantesten wirkt. das ist nicht wissenschaftlich mMn. ich finde dem wird hier eine bühne geboten, die ihm nicht zusteht, denn wirklich neue revolutionäre ansichten gibt er ja nicht zum besten. er verkauft damit sein buch und dass das ganze im standard unter der kategorie "vorsorge" eingeordnet wurde, find ich schon arg. die dosis macht das gift-aber geh! nein sorry, solche leute ärgern mich und werfen kein gutes bild auf ernährungswissenschaftler. er ist ja seines zeichen pr- und kommunkationsbereiter der pharma- medizin- und ernährungsbranche. sagt eh schon alles.
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#8
Zur Info:

Sehr geehrte Frau Dr. Philipp,
dies ist noch keine akkordierte Anwort der Ernährungswissenschaften, sondern vorab einmal eine persönlich Anmerkung.
Grundsätzlich verstehe ich nicht warum jemanden der sehr viel Unsinn von sich gibt, der wissenschaftlich noch nie gearbeitet hat (wie Herr Kollege Goldenberg bereits eindrucksvoll geschildert hat) und Daten nach seinem Gutdünken interpretiert, eigene Ansichten als "die" wissenschaftliche Meinung darstellt und letztendlich sein Buch promoten will, dieser prominente Platz eingeräumt wird.
Die DGE hat schon überlegt gegen diesen Herrn vorzugehen und jetzt läßt man ihn in Österreich, noch dazu vom Standard, die sich als die Qualitätszeitung darstellt in einem großen und prominent plazieren Interview diese Aussagen von sich geben, welche zum Teil wirklich ein Affront gegen eine Disziplin sind, die in den letzten Jahren nicht nur zur vertrauensvollen und verläßlichen, auf Fakten basierten Aufklärung der Bevölkerung beigetragen hat, sondern wissenschaftlich national wie international große Erfolge erzielen konnte und auch verantwortlich für die Ausbildung junger WissenschaftlerInnen ist. Gerade letztere Gruppe ist auch vor den Kopf gestoßen durch die Aussagen von Herrn Knop, wie die regen Forumseinträge bei uns zeigen.
Es ist nichts gegen eine gute und solde fachliche Diskussion einzuwenden wo Fakten sprechen und Aussagen auf diesen beruhen (sollten) aber nicht das was in diesem Interview abgedruckt wurde.
Wie gesagt dies ist einmal ein kurzer Ausdruck meiner persönlichen Meinung, weitere werden sicher folgen denn diesmal wurde über das Ziel hinausgeschossen. Bisher wurde Österreich von den selbstdarstellerischen "Ernährungsexperten" verschont, nun scheint der Standard hier einen roten Teppich auszurollen.
Hochachtungsvoll
Karl-Heinz Wagner

**********************************************
A.o. Univ. Prof. Dr. Karl-Heinz Wagner
Study Dean Nutritional Sciences
Head Emerging Field "Oxidative Stress and Oxidative DNA Stability"
Head University Research Platform Active Aging
Department of Nutritional Sciences
University of Vienna
Althanstrasse 14, 1090 Vienna, Austria
Adjunct Professor Griffith University, Australia
Tel. +43 1 4277 54930
Fax. +43 1 4277 9549
karl-heinz.wagner@univie.ac.at
www.univie.ac.at/antiox
**********************************************





________________________________________
Von: Hans Goldenberg [hans.goldenberg@meduniwien.ac.at]
Gesendet: Freitag, 11. März 2011 18:31
Bis: regina.philipp@derstandard.at
Cc: Wagner Karl-Heinz; Rust Petra; Elmadfa Ibrahim; König Jürgen
Betreff: Knop

Sehr geehrte Frau Philipp

Mit einiger Verwunderung haben nicht nur ich, sondern auch einige Kolleginnen und
Kollegen aus dem Universtiätsinstitut für Ernährungswissenschaften Ihr Interview
mit dem "Ernährungswissenschafter" Uwe Knop gelesen.
Ich will auf das wirre Gefasel, das sich da breit macht und von horrendem Unwissen
und Unverständnis Zeugnis ablegt, gar nicht eingehen. Ich habe mir einfach erlaubt,
eine kleine Recherche in den internationalen wissenschaftlichen
Literaturdatenbanken auszuführen. Das Ergebnis hatte ich schon geahnt: der Name
U.Knop kommt in den biomedizinischen Fachzeitschriften genau dreimal vor, und
dahinter versteckt sich eine Kardiologin namens Ursula Knop. Den Uwe K. gibts dort
nicht. Das heißt, der gute Mann hat NIE eine wissenschaftliche Arbeit in einer
Fachzeitschrift mit Review-System veröffentlicht, nicht einmal als Co-Autor,
wahrscheinlich hat er auch nie auf einem internationalen Meeting gesprochen, sonst
gäbe es wenigstens einen Abstract.
Die von mir sehr geschätzte Wissenschaftsredaktion des Standard müsste doch
imstande sein, zwischen WIssenschaftern und WIchtigtuern zu unterscheiden, bevor
sie per Interview die Vertreter einer ganzen - im westlichen Ausland übrigens viel
höher als bei uns angesehenen - Wissenschaftsdisziplin zu einer Bande von
dilettierenden Idioten stempelt.

Mit freundlichen Grüßen
Hans Goldenberg

--
Univ.Prof.Dr.Hans Goldenberg
Medizinische Universität Wien
Zentrum f.Pathobiochemie und Genetik
Institut f.Medizinische Chemie
Tel. +431 4277 60802, mobil +43664 80016 38002
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#9
Finde ich echt toll, dass seitens unseres Instituts (bzw gewissen Personen) so schnell reagiert wird! Smile Ich möchte als Ernährungswissenschafter schon ernst genommen werden!
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#10
spitze!
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#11
Herrlich!

Manchmal wunder ich mich wirklich warum der Standard noch Qualitätszeitung genannt wird.
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#12
(11.03.2011, 22:42)Wagner Karl-Heinz schrieb: Zur Info:

Sehr geehrte Frau Dr. Philipp,

[...]

Von: Hans Goldenberg [hans.goldenberg@meduniwien.ac.at]
Gesendet: Freitag, 11. März 2011 18:31
Bis: regina.philipp@derstandard.at
Cc: Wagner Karl-Heinz; Rust Petra; Elmadfa Ibrahim; König Jürgen
Betreff: Knop

Sehr geehrte Frau Philipp

[...]

Hat die Interviewerin eigentlich irgendeine Erklärung abgegeben?

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( -.-)
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